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Hintergrundmaterial

Südtirol

Die auf dieser Seite zusammengestellten Hintergrundinformationen zum Bildungssystem in Südtirol dienen in erster Linie der Vorbereitung von Teilnehmenden an unseren dort angebotenen Seminaren.

Vorbemerkung

Das vom Forum Eltern und Schule koordinierte Comenius-2.1-Projekt EU-MAIL (EUropean Mixed-Ability and Individualised Learning – 2003-2006) führte nicht nur zu unseren euro­päi­schen Seminaren in Finnland, Schweden und Norwegen, sondern machte uns auch neugierig auf die Entwicklungen in anderen europäischen Ländern.

Zwei Mitglieder der deutschen EU-MAIL-Projektgruppe reisten im Herbst 2005 nach Süd­tirol. Auslöser waren die Ergebnisse der PISA-Untersuchung von 2003. Die autonome Provinz Italiens hatte als einzige deutschsprachige Region beim Leseverständnis, in Mathematik und Naturwissenschaften den Finnen vergleichbare Ergebnisse erzielt.

Den Bericht von Sibylle Serong, eine der beiden Reisenden, haben wir in diese Sammlung aufgenommen, da er einen ersten Eindruck wiedergibt. Desweiteren finden Sie hier Beiträge Südtiroler / italienischer Autoren, die Ihnen nur eine Einführung in das Schulsystem Italiens / Südtirols, sondern auch in zentrale Aspekte wie Schulautonomie, Integration und Inklusion bieten.

Situation des Bildungswesens

Die Situation des Bildungswesens der – mittlerweile – autonomen Provinz Alto Adige ist zum einen geprägt von zwei Autonomieentwicklungen. Nach der Eingliederung der Region in den italienischen Staat als Folge des I. Weltkrieges – speziell in der Zeit des Faschismus – war die deutsche Schule verboten. Erst nach dem II. Weltkrieg erhielt die Region ein erstes Autonomiestatut, wonach der muttersprachliche Unterricht als Grundrecht verankert wurde – für die deutsche wie auch die ladinisch sprechende Bevölkerung. Dies führte dazu, dass in Südtirol bis heute drei getrennte Schulwesen existieren, ein deutsches, ein italienisches und ein ladinisches. Das Zweite Autonomiestatut von 1972 gab der Region weitere Rechte und Zuständigkeiten.

Die zweite Autonomieentwicklung betraf die Autonomie von Schule – und zwar in ganz Italien. Im Jahr 1997 wurde die Autonomie von Schule mit Staatsgesetz verankert. Mit dem Landesgesetz zur Autonomie der Schulen von 2000 wurde das Staatsgesetz samt weiteren Bestimmungen in Südtirol übernommen.

Zum anderen hatte ein weiteres Gesetz Einfluss auf die Bildungspolitik. Im Jahr 1977 schloss Italien per Gesetz alle Sonderschulen und verordnete die Integration aller Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen in die allgemeinen Klassen der Grund- und Mittelschule.

Die folgenden Beiträge neben Bezug zu diesen Entwicklungen und beschreiben den aktuellen Stand von Schulautonomie, Integration und die Entwicklung zur Inklusion.

Beiträge

Bereitgestellt mit freundlicher Genehmigung der Autoren

Dr. Peter Höllriegl:

Schulautonomie in Italien und in Südtirol

in: Zeitschrift S&R der Österreichischen Gesellschaft für Schule und Recht,
Ausgabe 1/2014, S. 14-24

Abstract:
In seinem Beitrag beschreibt Dr. Peter Höllriegl das Schulwesen in Südtirol und insbesondere die Entwicklung zur Schulautonomie in der Provinz wie auch in Italien allgemein. Der Autor ist seit 2011 Leiter des neu geschaffenen deutschen Bildungsressorts, in welchem alle Bildungsagenden vom Kindergarten, über die Grund-, Mittel-, Ober- und Berufsschule sowie die Landesmusikschulen zusammengefasst wurden.

Ulrike Hofer / Dr. Josef Watschinger:

Schulsprengel in Südtirol. Organisationseinheiten
zur Verwirklichung grundlegender Bildung

Abstract:
In dem Beitrag geht es um die Vernetzung autonomer Schuleinheiten in Schulsprengel und – im Zusammenspiel mit dem Schulautonomiegesetz – um ihre Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindergärten und Schulen in Südtirol. Und die Zusammenarbeit kann weiter gehen – in der Bildung von Sprengelverbünden (Schulverbünden).

"Organisationen, die in die Autonomie entlassen werden, müssen neue, selbst verantwortete Strukturen bilden können, um innere Stabilität zu erlangen. Sich selbst tragende Netzwerke schaffen diese Balance und sind Anzeichen dafür, dass die übertragene Verantwortung angenommen wird. Einfache, vor Ort geschaffene Strukturen sind oft effizienter als ausgebaute, aber zentral verordnete." (Watschinger, Päd. Führung S. 29-33)

Über den Autor:
Dr. Josef Watschinger ist Schuldirektor im Schulsprengel Welsberg und im Vorsitz des Schulverbundes Pustertal.

Dr. Josef Watschinger:

Von der Integration zur Inklusion. Essentials für die Umsetzung einer inklusiven, zukunftsfähigen Schule

in: SchulVerwaltung spezial, Zeitschrift für Schulleitung und Schulaufsicht, Carl Link Verlag
Ausgabe 2/2017, S. 58-61

Abstract:
An konkreten Beispielen des Schulsprengels Welsberg und des Schulverbundes Pustertal wird in diesem Beitrag aufgezeigt, wie Schulgemeinschaften sich selbst aktivieren und auf den Weg machen können, um "inklusive Schule" aus sich heraus stimmig zu entwickeln und zu leben.

Zitat aus dem Beitrag:
"Der Auftrag zur Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems forderte und fordert die vorwiegend als Belehrungsanstalten angelegten Schulen heraus, sich zu vielfältigen Lernlandschaften zu wandeln, die ein Lernen nach individuellen Plänen ermöglichen." (S. 58)

Franz Lemayr:

Eine Schule für alle? Das inklusive Bildungssystem in Südtirol

in: Inklusion konkret. Zum gemeinsamen Unterricht aller. Schriftenreihe des Bundes­zentrums Inklusive Bildung und Sonderpädagogik, Linz (BZIB), Band 4, S. 58-66.

Aus dem Abstract:
"Ausgehend von einem historischen Abriss der Entwicklungslinien und Meilensteine von einem separativen über ein integratives hin zu einem inklusiven Bildungssystem in Südtirol werden in diesem Beitrag die Rahmenbedingungen dafür erläutert. Zwei Beispiele aus der Praxis runden das Bild ab." (S. 58 des Beitrags)

Zitat aus dem Beitrag:
"Einer der merkwürdigsten Aspekte der bisher beschriebenen Entwicklung ist, dass dort, wo die Integration der behinderten Kinder nicht Widerstand, sondern berufliches Interesse ausgelöst hat, die Schule sich grundlegend zu verändern beginnt: Sie wird in weiterem Maße kindgerechter, und so haben endlich einmal die Behinderten etwas für die sogenannten Normalen getan." (Ludwig Otto Roser, S. 59 des Beitrags)

Über den Autor:
"Franz Lemayr ist seit 2013 Schulinspektor und Leiter der Fachstelle fur Inklusion am Deutschen Bildungsressort in Südtirol. Die Fachstelle ist Kompetenzzentrum, Beobachtungsstelle und Ansprechpartner für alle deutschen Kindergärten und Schulen zu Themen der Inklusion und hat dafür auch Richtlinienkompetenz innerhalb des Deutschen Bildungsressorts." (aus: Inklusion konkret. Zum gemeinsamen Unterricht aller. Schriftenreihe des BZIB Band 4, S. 84)

Der gesamte Band 4 der Zeitschrift "Inklusion konkret" und darin der Beitrag von Franz Lemayr steht auf der Website des BZIB zum Download zur Verfügung:

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